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An die Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B. Feldkirch

z.H. Herrn Kurator KommRat Karl Grabuschnigg

 Wien, 10. Februar 2020

 

Betr.: Bewerbung um die im Amtsblatt 01/2020 ausgeschriebene mit der Amtsführung verbundene Pfarrstelle der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Feldkirch (ZI. HB 08; 58/2020 vom 14. Jänner 2020)

Sehr geehrter Herr Kurator KommRat Grabuschnigg, sehr geehrtes Presbyterium,

hiermit bewerbe ich mich um die im Amtsblatt vom 31. Jänner 2020 ausgeschriebene mit der Amtsführung verbundene Pfarrstelle in Ihrer A.u.H.B. Gemeinde Feldkirch.

Derzeit vertrete ich die amtsführende Pfarrerin der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Liesing und habe bis zum Februar 2020 die zweite vakante Pfarrstelle in derselben Gemeinde administriert. Außerdem bin ich als Pfarrerin im Evangelischen Krankenhaus Wien tätig. Ich bringe 19 Jahre Erfahrung aus der Seelsorge im Krankenhaus mit und habe mich viel mit der strategischen Entwicklung des Seelsorgebereiches und der Gemeindeleitung beschäftigt. Mein Wunsch, in eine Pfarrgemeinde zu gehen, ist mir im vergangenen Jahr durch eine Karenzvertretung erfüllt worden.

Ich habe in den vergangenen Monaten gemerkt, wie viel Freude mir die vielfältige Arbeit in einer Pfarrgemeinde macht. Gemeinsam mit Kurator Christian Kikuta und einem engagierten Presby­terium, einer interessierten Gemeindevertretung und mit allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbei­terinnen und Mitarbeitern Angebote der Pfarrgemeinde zu organisieren, vorzubereiten und zu gestalten, in der Ökumene und im interreligiösen Dialog Liesing sowie in der regionalen Zusammen­arbeit der evangelischen Pfarrgemeinden Wien-West-Südwest mitzuarbeiten, ist ein großes Glück. Das ganze Leben im Namen Gottes zu feiern und Gottes Segen zuzusprechen, die Heilige Schrift mit seelsorglich aufbauenden Predigten auszulegen, sind mir ein Herzensanliegen und machen mich dankbar.

Beerdigungen und Trauergespräche sowie gute Angebote zur Trauerarbeit zu schaffen, sind mir aufgrund meiner langjährigen Arbeit als Krankenhausseelsorgerin persönlich sehr wichtig. In den vergangenen Monaten konnte ich mein krankenhausseelsorgerliches Wissen auch für die Begleitung zweier Gemeindemitglieder mit Fluchthintergrund einbringen und bin davon sehr berührt, denn wir konnten als Pfarrgemeinde gerade in der dichten Adventszeit für zwei Menschen einen konkreten Schutz organisieren. Das ist ein Segen.

 

Es macht mich zufrieden, wenn ich dazu beitragen kann, dass Menschen ihre eigenen Potentiale entfalten können, dass hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gemeinde eine gute Arbeitsstruktur haben und engagierte Ehrenamtliche unbeschwert und zuversichtlich ihre Talente in die Pfarrgemeinde einbringen können. Mit fröhlichem Herzen das zu tun, was möglich ist, und mit ruhigen Gewissen das lassen zu können, was nicht geht, ist für mich ein gutes Arbeitsmotto.

Ich arbeite mich gerne erst einmal mit Neugier in eine bestehende Praxis ein und entdecke die Ressourcen und Potentiale, die vorhanden sind. Dann erst möchte ich gemeinsam mit den Beteiligten überlegen, welche Änderungen und Neuerungen entwickelt werden können. Ich kann — das erhalte ich immer wieder als Rückmeldung — Entwicklungsprozesse erfolgreich anstoßen und begleiten und mit meiner Gelassenheit und meiner Aufmerksamkeit langfristige Entwicklungen positiv begleiten.

Ich bin zuversichtlich, dass auch eine evangelische Minderheit eine mutige und impulsgebende Stimme im ökumenischen und im interreligiösen Dialog hat. Inhaltliche Vernetzung, regionale und thematische Zusammenarbeit sind für mich dazu hilfreiche Schlüssel. Die Arbeit als Lehrerin und in der Schule ist mir vertraut und ich freue mich darauf, mich wieder in den Religionsunterricht einzuarbeiten.

Über das gesamtkirchliche A.u.H.B. Projekt „Seelsorge 2020" habe ich im Rahmen von Workshops einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Seniorenarbeit der Gemeinden Dornbirn und Bregenz kennengelernt. Die Verbindung zur H.B. Gesamtkirche wäre mir dazu ebenso wichtig wie das Selbstverständnis, gemeinsam eine Evangelische Kirche A.u.H.B. in Österreich zu leben.

Ich bin mit Dr. Christian Baumgartner verheiratet, habe einen erwachsenen 26-jährigen Stiefsohn Elias und eine 20-jährige Patentochter Michelle. Für sie habe ich vor zwei Jahren aufgrund ihrer Beeinträchtigung die Erwachsenenvertretung übernommen, um gemeinsam mit ihren Eltern eine gute, begleitete Zukunft für sie zu entwickeln. Mein Mann ist seit September 2018 mit einer fixen Anstellung als Professor für „Nachhaltige Tourismusentwicklung" an der Fachhochschule Graubünden in Chur tätig. So sind wir froh, im Sommer 2019 eine schöne Wohnung in Feldkirch gefunden zu haben. Deshalb wäre ich gerne bereit, nach Feldkirch zu übersiedeln und als motivierte Pfarrerin mit Ihnen und den Gemeindegremien zusammenzuarbeiten und das Gemeindeleben zu gestalten.

Von unserer ersten Begegnung im Oktober vergangenen Jahres, vermittelt durch die Kollegin Pfarrerin Barbara Wedam, habe ich die positive Atmosphäre in Erinnerung. Ich habe Ihr Engagement und Ihre Verbundenheit mit Ihrer Pfarrgemeinde erleben dürfen und bin dankbar, dass Sie und Barbara mich durch Ihre schöne Kirche und die mit großer Umsicht im Detail renovierten Gemeinderäume geführt haben. Das alles hat mich sehr angesprochen und ich würde mich freuen, Sie und die Gemeinde bei einem kommenden Termin näher kennenzulernen und in einem Austausch mehr von Ihnen und Ihren konkreten Erwartungen zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen,

Margit Leuthold